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Porridge, Grütze, Haferbrei –
viele Namen, eine Erfolgsgeschichte

Langkampfen (ots|wro) - Wir kennen ihn unter vielen Namen, und das auch schon seit Menschengedenken: Porridge. Die Erfolgsstory der aufgequollenen Haferflocken begann bereits in vorchristlicher Zeit und gip-felt in der weltweiten Popularität als vielseitiges Nahrungsmittel, die er heute genießt. Dabei polarisierte er aber immer wieder – Gelehrte stritten sich um seine Wirkung auf unsere Gesundheit, und auch in der Zube-reitung scheiden sich die Geister bis heute.

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Alljährlich wird am 10. Oktober der World Porridge Day begangen. Zu diesem Anlass wollen wir einen Blick zurück zu den Anfängen des Haferbreis wagen – zurück in graue Vorzeiten.

Prototyp Steinzeit-Brei

Porridge begleitet die Menschheitsgeschichte schon ein ganzes Stück weit! Schließlich wird heute davon ausgegangen, dass man bereits vor rund 12.000 Jahren damit begonnen hat, getreideartige Gräser
zu kochen.

In einem engen Zusammenhang dazu steht auch die Entwicklung eines weiteren, heute zentralen Lebens-mittels: Brot! Denn um den zuvor gekochten Getrei-debrei haltbar zu machen, war die Verarbeitung etwa zu Fladen geradezu perfekt!

Mittelalter –
als warmer Brei die Gemüter erhitzte

Porridge war also schon in der Steinzeit ein geschätz-tes Nahrungsmittel, das sich schon früh in zahlrei-chen Ländern rund um den Globus etablieren konn-te. Im Mittelalter und auch in der frühen Neuzeit schließlich galt es als Speise für „arme Leute”.

Besonders in Schottland war der Haferbrei weit ver-breitet – und ist es nach wie vor –, denn die klimati-schen Bedingungen dort waren für den Anbau von Hafer und Gerste ideal. Wie bedeutsam Porridge für die Ernährung weiter Teile der Bevölkerung tatsäcl-ich war, unterstreichen auch die zahlreichen Bräuche, die sich etwa um seine Zubereitung rankten: So sollte es etwa Glück bringen, die Breimasse nur mit der rechten Hand und im Uhrzeigersinn zu rühren. Hier kam auch ein spezielles Rührwerkzeug zum Einsatz – der sogenannte „spurtle”.

Zwar wird bekanntlich nicht so heiß gegessen, wie gekocht wurde, doch hat Porridge im Mittelalter durchaus polarisiert und die Gemüter erhitzt: Zwi-schen den beiden Ärzten Hieronymus Bock und Lorenz Fries ist im 16. Jahrhundert eine Diskussion darüber entbrannt, wie gehaltvoll Haferbrei denn nun wirklich ist. Das Urteil von Lorenz Fries war  vernichtend – er verweist darauf, dass Haferbrei zu Unrecht bei allerlei Krankheiten gegeben wird, weil

 er hier nichts nütze. Vielmehr lässt er sich darüber aus, dass er entweder zu dick zubereitet wird, oder aber zu dünn und mit Milch, und man nach dem Verzehr wohl zerspringt. Den Lesern seines „Spiegel der Arznei” erteilt er schließlich sinngemäß den Rat: „Lass die Pferde den Hafer essen”. [1]

Dem widerspricht unter anderem Hieronymus Beck, der in seinem Kräuterbuch von 1539 davon schreibt, wie gesund Hafer vor allem im Vergleich zu anderen Naschereien ist, und dass besonders die Menschen etwa im Allgäu und Schwaben diesen sehr gekonnt zuzubereiten wissen. Ob die ablehnende Haltung des Lorenz Fries allerdings auch nur von seiner persönli-chen Abneigung herrührt, lässt sich heute freilich nicht mehr eindeutig beantworten – dem Erfolg des Porridge scheint dies jedenfalls keinen Abbruch getan zu haben. [2]

Porridge heute: Trend-
und Nationalgericht

Heute kennen wir Porridge vor allem in der Form, wie er traditionell in Schottland zubereitet wurde und wird. Doch ist er längst nicht nur in Großbritannien heiß (oder auch lauwarm, und sogar kalt) begehrt, sondern weltweit vor allem zum Frühstück sehr be-liebt. Immerhin gibt es unzählige Rezepte für Por
ridge
, sodass sich für beinahe jeden Geschmack eine schmackhafte Variation ergibt – ob als warmer Ha-ferbrei oder in kalter Milch gequollene Haferflocken für die Zubereitung von Overnight Oats. Außerdem, so weiß man heute mit Gewissheit, hat er zahlreiche positive Eigenschaften auf unser Wohlbefinden, beinhaltet er doch unter anderem den wertvollen Ballaststoff Beta-Glucan, dem eine cholesterinsen-kende Wirkung zugesprochen wird.

So ist es leicht nachzuvollziehen, warum Haferbrei schon seit Jahrtausenden einen fixen Platz im Speise-plan vieler Menschen einnimmt – er ist nahrhaft, re-lativ einfach zuzubereiten und hält lange satt. All das trägt dazu bei, dass Porridge auch in nächster Zeit wohl nicht von unseren Frühstückstischen ver-schwinden wird.

Quellen

[1] https://www.ots.at/redirect/bildsuche

[2] https://www.ots.at/redirect/digitalesammlungen

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